Cocoon I-II

 

Das Wunder des Lebens kann auf verschiedene Wege sichtbar werden: Vögel, Reptilien etc. schlüpfen aus Eiern (Oviparie), Säugetiere, Menschen etc. entbinden lebend (Viviparie).

Viele Insekten und Arachniden erscheinen sogar in zweifacher Gestalt auf dieser Erde.

Mit Ende des Larvenstadiums wird ein Kokon benötigt, welcher temporär als Entwicklungsraum und Schutzhülle dient. Ist das Wesen „reif“ wird die Hülle allmählich zum Käfig und das darin befindliche Tier strebt hinaus. Von einer Sekunde zur Anderen wird der vorher noch überlebensnotwendige Kokon zur Belastung und verliert jeglichen Nutzen und Wert für das Tier. Zurückbleibt eine filigrane und durchaus faszinierende Behausung, welche der Welt problemlos zurückgegeben werden kann.

Auch in unserem alltäglichen Leben spielen schützende Verhüllungen und Gehäuse eine große Rolle. Doch geht es hierbei weniger um den Schutz ungeborenen Lebens als vielmehr um die werbewirksame Verpackung mehr oder weniger sinnvollen Inhalts.

Verpackungen, welche strapazierfähiger und haltbarer sind als jeder natürliche Kokon, verlieren nach dem Öffnen ebenfalls jeglichen Nutzen und Wert und müssen anschließend aufwändig entsorgt oder weiterverwertet werden.

Das Werk Cocoon I+II macht sich genau diesen Umstand zu Nutze und möchte durch die starke Vergrößerung einer beliebigen kokonähnlichen amorphen Form genau auf diese Ambivalenz hinweisen. Die industriell hergestellten Verpackungskokons unserer Zeit entbehren jeglichem Aufwand-Nutzen Verhältnis und sprengen jede sinnhafte Dimension.

Die Materialität dieses Werks weist ungeniert auf die übertriebene Strapazierfähigkeit einer handelsüblichen Verpackung hin, welche zu Tonnen in jedem Jahr anfallen. Die überqualifizierten Verpackungsmaterialien - in diesem Falle Getränkekartons – wurden einst hergestellt um beispielsweise Lebensmittel und andere Konsumprodukte bis zum eigentlichen Gebrauch zu schützen. Dass die übermäßige Herstellung und Entsorgung dieser Verpackungskokons allerdings die Lebensgrundlage des zu schützenden Inhalts, meist unserer Lebensmittel, stark gefährdet, ist durchaus kontrovers zu betrachten.

 

So fein und geschickt wie ein natürlicher Kokon durch Raupen, Spinnen usw. gewoben und geflochten wird, wurde das Werk Cocoon I+II ebenfalls durch eine angepasste aufwändige Origamitechnik geschaffen, welche ohne weitere Hilfsmittel einzig durch die geodätische Statik in sich sämtliche Zug- und Druckkräfte abfängt.

 

Cocoon I (braun)

860€

 

Cocoon II (silber)

VERKAUFT!